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Information und Selbstorganisation

Dieser Arbeitsbereich soll das Verständnis des Zusammenhangs von Selbstorganisation und Information fördern.

Das Paradigma der Selbstorganisation betrachtet die Realität als miteinander verkoppelte und ineinander geschachtelte Systeme, die sich von selbst stetig, aber auch sprunghaft, weiterentwickeln. Aus diesem Blickwinkel wird all das, was als Entstehung, Speicherung, Verarbeitung, Übertragung, Verteilung und Anwendung von Information bezeichnet wird, zu Strukturen, Eigenschaften oder Verhaltensweisen evolutionärer Systeme. Das Bindeglied zwischen Selbstorganisation und Information ist Emergenz, das Auftauchen neuer Qualitäten.

Ziel der Forschungen auf diesem Gebiet sind

  • Beiträge zu einer Vereinheitlichten Theorie der Information (Unified Theory of Information, UTI), den Grundlagen der Informationswissenschaften (Foundations of Information Science, FIS) und einer Zusammenführung von Computerwissenschaft, Informationstheorie, Semiotik, Bibliotheks- und Dokumentationswissenschaft und den Forschungen zum Informationsgeschehen in natürlichen Systemen.
  • Beiträge zur Theorie der Informationsgesellschaft.
  • Beiträge zu der sich entwickelnden evolutionären Systemtheorie.

Projekte

Human Strategies in Complexity - Philosophical Foundations for a Theory of Evolutionary Systems

Mit den Forschungen zu Phänomenen der Selbstorganisation in den Natur- und Gesellschaftswissenschaften hat in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts ein Paradigmenwechsel eingesetzt. Dieser hat dazu geführt, dass bis dahin gültige Annahmen des wissenschaftlichen Weltbildes über die Formalisierbarkeit, Vorhersagbarkeit und Steuerbarkeit von Prozessen in Frage gestellt wurden. Noch fehlen aber ausgearbeitete Grundlagen des neuen Paradigmas, da auch die bisherigen Ansätze zur Selbstorganisation zersplittert und noch nicht vereinheitlicht sind.

Ziel des Projektes "Human Strategies in Complexity" ist es, durch Entwurf der zentralen Bausteine zur Erstellung der philosophischen Grundlagen einer vereinheitlichten Theorie der Selbstorganisation beizutragen. Diese zentralen Bausteine sind

  • die Veränderung der wissenschaftlichen Rationalität, wo sie es mit komplexen, nichtlinearen Systemen zu tun hat,
  • die Klärung des Wechselverhältnisses von formalen und natürlichen Sprachen bei der Beschreibung solcher Systeme sowie
  • die Anerkennung dessen, dass auch die Dynamik sozialer Systeme der Selbstorganisation unterliegt, was für die Gewinnung von Handlungsanweisungen im heutigen historischen Kontext Konsequenzen hat.